Zum zweiten Mal lud der Seidewitzer Heimatverein kurz vor dem vierten Advent zum Weihnachtsmarkt
ein: Und wie im vergangenen Jahr war er recht überschaubar - denn lediglich ein einziger
Weihnachtsstand öffnete am Nachmittag seine Pforten. Einziger Unterschied zum Stand im letzten Jahr:
Dieses Mal musste kein Zelt errichtet werden, denn seit den Sommermonaten wartet der Platz vor dem
Dorfgemeinschaftshaus schließlich mit einem richtigen und wirklich ansehnlichen Holzpavillon auf, der
anlässlich der Weihnachtszeit mit funkelnden Lichtern ausgestattet wurde.
Und so strömten nach dem Kaffee wieder viele Gäste hinaus ins Freie, um
bei klirrender Kälte sich entweder am knisternden Lagerfeuer oder am
leckeren Glühwein zu wärmen. Dazu gab es allerlei Leckereien: Von selbst
gebackenen Waffeln und Kräppelchen über kandierte Nüsse und Mandeln
bis hin zu glasiertem Obst.
Am Abend warteten dann zwei Überraschungen auf die Besucher: Zum einen
gab es für jeden Gast ein Weihnachtsgeschenk. In diesem Jahr konnte der
Weihnachtsmann wegen fehlenden Schnees nicht anreisen, sodass die
Seidewitzer einen anderen Brauch pflegten: Es wurde gewichtelt! Bei dieser
vorweihnachtlichen Sitte tauschen sich mehrere Personen in der Regel kleine
Präsente aus. In Seidewitz wurde der Brauch dagegen etwas abgewandelt:
Am Seidewitzer “Wichtel-Kalender”, der im Unterschied zum herkömmlichen
Adventskalender nicht 24 sondern ganze 50 Türchen besitzt, suchte man
sich eine Zahl aus und bekam dann - ähnlich wie bei Tombolalosen - sein
persönliches Geschenk. Und das konnte einerseits schön und wertvoll sein
wie beispielsweise eine DVD oder eine Glasvase, andererseits konnten
manche mit bestimmten Präsenten eher weniger anfangen: Bei selbst
gestrickten Topflappen oder einem Stück Seife - nützlich aber als Geschenk doch etwas enttäuschend -
ist daher dann vom sogenannten “Schrottwichteln” die Rede. Spaß hatten jedoch alle an dieser
besonderen Bescherung.
Nach dem Wichteln wartete schon der nächste Programmpunkt: Erneut ging es nach draußen, wo es
mittlerweile dunkel geworden ist und der Köckenitzscher Lukas Nelkenbrecher seine pyrotechnischen
Fertigkeiten in einem tollen Feuerspektakel darbot. Zu mittelalterlichen Klängen schwang er dann
brennende Fackeln, tanzte und drehte sich durch ein Flammenmeer und schluckte sowie spuckte
schlussendlich sogar selbst Feuer. Eine wahrlich beeindruckende Show!
Die Zeit verging rasend schnell und so lockten schon Essensdüfte die hungrigen Gäste zum Büffet ins
Innere des Gemeinschaftshauses, wo man den Abend dann bei schmackhaften Speisen und anregenden
Gesprächen gemütlich ausklingen ließ.
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Von Tom Zeretzke
22.12.2011, 15:25 Uhr
Clemens Zink eröffnete die Feier
musikalisch.